Leitbild

Christliches Menschenbild, diakonischer Auftrag, Pflegeverständnis

Bei den Ambulanten Diensten Nürnberg der Diakonie Neuendettelsau orientiert sich die Betreuung und Pflege am christlichen Menschenbild und an unserem diakonischen Auftrag. So verstehen wir den Menschen als Persönlichkeit mit individuellem Lebensweg und einem eigenen sozialen, kulturellen und religiösen Hintergrund.

Zum diakonischen Auftrag gehört auch die besondere Wertschätzung alter Menschen. Als wichtige Aufgabe sehen wir es an, ihnen Stärkung, Ermutigung und Entlastung zu bieten.

Neben den Pflegeanforderungen, die als Folge körperlicher Gebrechen notwendig werden, legen wir besonderen Wert auf liebevolle Beziehungen und zwischenmenschliche Kontakte. Unsere Mitarbeitenden begleiten und trösten mit Gottes Wort und einfühlsamer Zuwendung. Pflege, wie wir sie verstehen, bedeutet:

  • Wir stimmen Art und Umfang der pflegerischen Maßnahmen individuell auf unsere Patienten und deren Bedürfnisse ab.
  • Wir halten regelmäßigen Kontakt zu den Patienten, ihren Angehörigen und behandelnden Ärzten.
  • Wir begleiten unsere Patienten in schwerer Krankheit und Sterben.
  • Qualitätssicherung erfolgt durch gemeinsam geplante und dokumentierte Pflege, die sich an dem allgemein anerkannten Stand medizinisch-pflegerischer Erkenntnisse orientiert.

Unsere Wurzeln

Wilhelm Löhe beschreibt im Jahre 1858 im Correspondenzblatt der Diaconissen von Neuendettelsau den Werdegang einer Diakonisse wie er ihn sich vorstellt.Acht Stufen legt er dabei fest: „Werde zuallererst eine Magd und lerne alle häuslichen Geschäfte vom geringsten bis zum schönsten vollkommen“ In den nächsten Schritten sieht Löhe die Arbeit mit Kindern in der Kindererziehung, dann als Kleinkinderlehrerin in den entsprechenden Einrichtungen, hierauf folgt der Schritt zur Schullehrerin. Die Arbeit im Rettungshaus siedelt Löhe noch höher an, dann folgt die Krankenpflege. Einen Schritt weiter steht die Arbeit mit Menschen mit Behinderung an und am obersten Ende der Stufenleiter steht die Gemeindediakonisse. Löhe hält dazu einfach fest: „Nach diesen allen werde, wenn du kannst, eine Gemeindediakonissin“.Die Arbeit in der Gemeinde umfasste alle diese verschiedenen Tätigkeiten, so sah es Löhe. Die Diakonisse musste sozusagen in allen Bereichen ausgebildet sein und entsprechende Berufserfahrung gesammelt haben, ehe sie in die Gemeindearbeit wechseln konnte. Die Betreuung einer Gemeindestation erforderte ein hohes Maß an Flexibilität von den Diakonissen: Von der Seelsorge, pflegerischen Tätigkeit, Kindererziehung bis hin zu einfachen Haushaltsführung reichte das Aufgabenspektrum einer Gemeindediakonisse.(…)Löhe sah sehr genau, welche Möglichkeiten einer Gemeindediakonisse zur Verfügung standen. Sie war im direkten Kontakt mit den Menschen vor Ort und hatten die Möglichkeit ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Si konnten durch ihr vorgelebtes christliches Leben viele Menschen ansprechen und durch ihren Einsatz natürlich auch vielen Menschen helfen.Der Jahresbericht 1857/58 der Diakonissenanstalt Neuendettelsau weist zum ersten Mal expliziert eine Diakonisse aus, welche im Gemeindedienst eingesetzt war als „Gemeindediakonissin“. In den nächsten Jahren baute sich dieser Arbeitszweig der Diakonissenanstalt allmählich weiter aus. Die Gemeindediakoniestation im heutigen Sinne war zu diesem Zeitpunkt allerdings auch erst im Entstehen begriffen. Dies verdeutlicht der Blick in den Jahresbericht 1888. Dort werden nun bereits 17 eigenständige Gemeindestationen aufgeführt, welche explizit eigenständige Einrichtungen der jeweiligen Kirchengemeinde waren.(…)In Nürnberg selbst entwickelte sich die Gemeindepflege sehr intensiv. Prozentual gesehen arbeiteten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die meisten Neuendettelsauer Diakonissen dort.In fast allen Kirchengemeinden Nürnbergs wurden Neuendettelsauer Diakonissen in der Gemeindepflege eingesetzt.Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts brachte eine Veränderung mit sich. Die Diakonissenzahlen waren rückläufig, die Gemeindestationen konnten von der Diakonie Neuendettelsau nicht mehr besetzt werden, da entsprechende Kräfte fehlten. Allerdings wurde dieses Arbeitsgebiet nie ganz aufgegeben. Schwestern der Diakonischen Schwestern- und Brüderschaft, Diakonissen und freie Kräfte bleiben vereinzelt in den sogenannten „Stationen“ tätig.

Zum Internetportal der Neuendettelsauer Diakonissen.

Ehemalige Gemeindeschwestern

Schwester Ruth Schöne

Schwester Ruth Schöne war in Nürnberg in der Kirchengemeinde Nürnberg-Altenfurt im Einsatz.Geboren wurde Schwester Ruth wurde am 1. Februar 1920 in Westpreußen. Dort widmete sie sich früh der Musik und absolvierte 1940 das Examen an der Musikhochschule in Berlin. Besonders angetan haben es ihr die Instrumente Klavier und Orgel.
Nach der Flucht kam sie mit ihrem Vater 1945 zunächst nach Reit im Winkel. 1950 fiel ihre Entscheidung für eine Tätigkeit bei der Diakonie Neuendettelsau. Sie arbeitete im Friedenshort Neuendettelsau und in der Gemeindekrankenpflege in Heidenheim, Schillingsfürst und Nürnberg.
1957 wurde Schwester Ruth zur Diakonisse eingesegnet.
Der Musik wandte sie sich in Altenfurt wieder zu, wo sie von 1967 bis 1985 als Organistin tätig war.
Der Ruhestand begann für sie 1985 in Schwabach. 1996 zog sie nach Neuendettelsau in das Hans-Laurer-Haus und verbrachte dort ihre letzten Lebensjahre.

Schwester Frieda Wenderlein

1994 feierte Schwester Frieda ihren 60. Geburtstag

Im Juli 1999 wurde sie aus Maxfeld verabschiedet: Schwester Frieda Wenderlein, die 23 Jahre in der Diakoniestation Maxfeld gewirkt hat.

1934 in Trommetsheim/Kreis Weißenburg geboren, trat sie mit 24 Jahren in die Diakonissenanstalt Neuendettelsau ein und wird sechs Jahre später von Rektor Meister zur Diakonisse eingesegnet.

Das Krankenpflegeexamen legte sie 1963 im Kreiskrankenhaus Roth ab und wurde vom Mutterhaus nach verschiedenen Einsätzen 1975 nach Karlsruhe-Rüppur in das Fachseminar für Gemeindekrankenpflege gesendet, wo sie am Lehrgang zur Fachkrankenschwester teilnahm.

Gut zugerüstet trat sie im Juli 1976 ihren Dienst in der Gemeinde Nürnberg – Maxfeld an. Schnell fasste sie dort Fuß, da sie über ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Anpassungsfähigkeit, Akzeptanz und Toleranz verfügte. Fast eine Generation lang hat sie die Geschicke der Gemeindediakonie gelenkt und mitgeprägt. Ihr Gottvertrauen und ihre Zuversicht, dass kein Mensch je von Gott verlassen ist, haben ihr die Kraft und die Freude gegeben den Dienst zu tun.

Bis heute werden Beziehungen zwischen Maxfeld und Neuendettelsau gepflegt.